SchichtWerk

Zeitreisen im Wersonhaus

Das Konzept

Mit dem SchichtWerk – Zeitreisen im Wersonhaus hat das erste Museum in Gilching seine Türen geöffnet.

Die Zeitreise Gilching e. V. hat in viereinhalb Jahren ehrenamtlicher Arbeit und im Auftrag der Gemeinde Gilching mit Unterstützung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Landesstelle für nichtstaatliche Museen die Dauerausstellung aufgebaut und eingerichtet.

Der thematische Schwerpunkt der Dauerausstellung ist der „Übergang von der spätrömischen zur bajuwarischen Besiedelung“, der für die oberbayerische Geschichte von großer Bedeutung ist. Dieses für die Geschichte Bayerns wichtige Thema stellt laut der Landesstelle für die Nichtstaatlichen Museen in Bayern ein museales Alleinstellungsmerkmal dar, das nun in der Ausstellung exemplarisch am Beispiel Gilchings repräsentiert wird. Entsprechende Grundlagen sind durch mehrere teils bedeutende Befunde und Funde vorhanden, u. a. mit der spätrömischen Siedlung von Weßling-„Frauenwiese“ und den frühmittelalterlichen Grabfunden der „Kiltis“.

Die Ausstellung trägt den Namen „SchichtWerk“ und verweist damit einerseits auf den Ortschronisten Rudolf Schicht und spielt auf der anderen Seite auf die Stratigraphie als Kernelement der Archäologie an. Entsprechend ist den Schichten bei der konzeptionellen Umsetzung eine besondere Bedeutung eingeräumt worden. Schubladensysteme stellen nicht allein die stratigraphische Abfolgen dar, sondern erläutern auch anschaulich die archäologischen Methoden, wie beispielsweise den Ablauf von Erkenntnisgewinn oder der Restauration und der Rekonstruktion bis hin zur Gewinnung von Aussagen über das Leben der damaligen Menschen.

Im Namen SchichtWerk steckt auch die Ge-schichte und somit auch die Geschichten (die mündlich überliefert sind) und unsichtbar über der Landschaft (die ja auch aus Schichten besteht) 'schwebt'.

Neben dem erwähnten Schubladensystem kommt der Besucher in der Ausstellung mit der Geschichte, ihren Menschen und deren Hinterlassenschaften durch unterschiedlichen Einsatz von Medien in Kontakt, nämlich mit allen Sinnen: Sehen, hören, tasten.... Aktives Erforschen (Schubladensystem), unterschiedlichste Mitmachstationen, Spielszenen in Video oder Hörspielen erlauben es jedem Besucher in die Vergangenheit einzutauchen. Mit diesem Konzept kann der Ausstellungsbesucher sich mit einzelnen Objekten auseinandersetzen und so Geschichte erleben, also sich auf eine Zeitreise begeben.

Diese im Jetzt stattfindende aktive Auseinandersetzung entspricht wiederum einer weiteren Schicht (wenn auch nicht sichtbar): dem Entdecken, Ausprobieren und Erfahren von Geschichte.

Ein ausführlicher Bericht zum Konzept und Aufbau ist in der Fachzeitschrift der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern "museum heute 51/Juni 2017" erschienen. 

Kommen Sie mit dem Zeitreise Gilching -Team auf Zeitreise in die Vergangenheit Gilchings und legen Sie Schicht für Schicht frei.

Dr. Christof Flügel (Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern) über das SchichtWerk:

Initiiert von einer lokalen Initiative zur Unterstützung der Archäologie in Gilching wurde für das „SchichtWerk Gilching“ im Landkreis Starnberg ein Vermittlungskonzept entwickelt, welches das Anwachsen archäologischer Schichten und ihr Potenzial für die geschichtliche Interpretation spielerisch vermittelt. Zeitlich beschränkt sich die neue Ausstellung auf die zwei wichtigsten Epochen Gilchings, die Zeiten der Römer und der Bajuwaren. Über die engere Ortsgeschichte hinaus bietet die neue Ausstellung im historischen Ambiente des Wersonhauses Einblicke in die Stratigrafie als Grundprinzip der Archäologie: Man kann an der Erde lesen wie in einem Buch, da die tiefer liegenden Schichten älter sind als die darüberliegenden. Dieses einfache Prinzip wird museal selten so anschaulich vermittelt wie jetzt in Gilching. Die neue archäologische Dauerausstellung kann als kleines, aber feines Best-Practice-Beispiel bürgerschaftlichen Engagements in der musealen Vermittlung gelten.
Dr. Christof Flügel

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